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Bowling together

Jahresausstellung Architektur 2007

Am Eröffnungsabend der Jahresausstellung Architektur 2007 war die große Halle des Bowlingtreffs am Wilhelm-Leuschner-Platz bis auf den letzten Stehplatz besetzt undauch der Vorplatz war rasch mit Besuchern gefüllt. Mittenin der Stadt liegt dieser vergessene Ort, dessen jahrelangvermauerter Eingang aufgebrochen wurde, um hier füreine Herbstwoche die im Studiengang Architektur der HTWK Leipzig entstandenen Arbeiten öffentlich auszustellen. Der große Besucherinteresse hatte alle Erwartungenübertroffen, und so erwies sich während der Eröffnungsredenvon Schirmherren und Rektor die Kapazität der installierten Tontechnik bald als zu gering, doch vermittelte dies letztlich den improvisatorischen Charakter einer Ausstellung in einem von allen Medien abgeschnittenen Leerstandsbau. Bürgermeister Martin zur Nedden unterstützte die temporäre Nutzung verlassener Orte, um räumliche Potentiale zu überprüfen. Dr. Klaus Michael unterstrich das Engagement der Akademie der Künste Sachsen für die sozialistische Moderne und in diesem Fall zugleich für ein Werk des Akademiemitgliedes Winfried Sziegoleit, der von seinem gut gewählten Platz auf der Galerie die Wiedereröffnung verfolgte. Prof. Dr. Hubertus Milke bezog sich auf den Titel »Bowling together!« und erklärte die Architekturausstellung zum »Strike«, dem Bowlingergebnis, bei dem alle 10 Pins mit einem Wurf umgeworfen werdenund entsprechend die höchste Bewertung vergeben wird.In den Zwischenpausen wurden verschiedene Inszenierungenzum Thema »Zweite Haut« präsentiert, die erst wenige Tage zuvor als Einstiegsentwürfe des Erstsemesters entstandenen waren. Die Exponate in den»Kabinetten« waren am Eröffnungsabend aufgrund der Dichte zwar nur eingeschränkt zu besichtigen, doch kamen in den folgenden Tagen viele Besucher erneut, um sich auf die unterschiedlichsten Inhalte einzulassen. Gezeigt wurden räumliche Studien mit Karton-Kuben, baukonstruktive Konzepte, Vertiefungsentwürfe vom Bibliotheks- bis zumMuseumsbau sowie Diplomarbeiten, die zwischen Ostsee, Warschau und Nigata verortet waren. Die Darstellungsmedien waren vielfältig: Eine Serie von Plakaten thematisierte die Bedeutung und Einflussmöglichkeiten von Architektur, Videos zeigten an anderer Stelle Entwürfe einer dynamisch-urbanen Lichtgestaltung und analytische Modellfotos verdeutlichten den Aufbau der Sächsischen Landesbibliothek.

Das begleitende Kulturangebot an den Abenden wurde stark frequentiert, denn es machte offensichtlich vielen besondere Freude an diesem Ort den Film »Das Geheimnisvon LE« auf blätternden Putzflächen zu sehen oder die Lesung mit Autoren des Poetenladens und das Konzert von meikyo in der mehrgeschossigen Halle von Treppenstufen und Galerien zu verfolgen. Beim abschließenden Kolloquium zu Vergangenheit und Zukunft dieses Ortes überzeugte das eindringliche Plädoyer von Prof. Dr. Jürgen Paul (SAK) für den Bowlingtreff. Obgleich die klimatischen Bedingungen im Gebäude an diesen kalten Oktobertagen nicht besonders günstig waren, bekam die Jahresausstellung eine ausgezeichnete Resonanz. Dies hatte letztlich auch Folgen für das Gebäude, denn aufgrund des starken öffentlichen Interesses an diesem Ort wurde inzwischen ein Verfahren zur Eintragung des Bowlingtreffs in die Denkmalliste eingeleitet. Unabhängig davon, dass der Haupteingang nach Ausstellungsende wieder zugemauert werden musste, werden demnächst weitere Aktivitäten für diesen Bau der späten achtziger Jahre folgen. Begleitend zur Ausstellung hat der Studiengang Architektur eine Publikationen herausgegeben: »Bowlingtogether! Bowlingtreff Leipzig eine Spielstätte auf Zeit« (Annette Menting, Hrsg., Poetenladen Verlag 2007, 6 EuroSchutzgebühr, www.poetenladen-der-verlag.de) beinhaltet Beiträge von Winfried Sziegoleit, Thomas Topfstedt, Jürgen Meyer und dem Ausstellungsteam. Allen Mitwirkenden bei diesem Projekt sei gedankt: den Sponsoren und Förderern Verbundnetz Gas AG, Technisches Hilfswerk Leipzig, Siteco Beleuchtungstechnik, ERCOLeuchten, Lippe Bau GmbH Mockrehna, ARGE City-TunnelLos B, Culturtraeger, ro:stoff media, Jürgen Meier Medienkunst und ganz besonders dem HTWK Ausstellungsteam mit Patrick Bedarf, Florian Beyer, Mathias Bertram, Romy Heiland, Christian Pfeifer, Thomas Weyrauch und Antje Zimmerling.

Prof. Dr. Annette Menting

 

Letzte Änderung: 27.11.2013
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