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Capsule store – Forum für Designer

Capsule store – Forum für Designer

Diplomandin:            
Romy Heiland

Gutachter:           
Prof. Ing. Frank Hülsmeier
Prof. Dr. Ing. Annette Menting

Der Entwurf meiner Diplomarbeit beschäftigt sich thematisch mit der Präsentation von einzelnen Designern der Kreativszene in Leipzig. Die Potenziale der bestehenden Kreativzentren in den angrenzenden Stadtteilen werden durch die Positionierung in der Innenstadt Leipzigs gebündelt und lassen den direkten Dialog mit der Stadt und dessen Nutzer entstehen. Durch diese Neupositionierung sollen die bestehenden Gewerke gestärkt werden und können gleichzeitig der traditionsbehafteten Handwerksstadt wieder eine neue Identität verleihen. Sowohl die alte Handwerkskunst als auch neue Konzepte des Individualgewerbes können auf dieser Plattform präsentiert werden. Die Rahmung dieser Idee findet im Petershof statt - ein renommiertes Messe- und Kaufhaus auf der stark frequentierten Petersstraße in der Leipziger Innenstadt. Gegenwärtig leer stehend, bedarf dieser Bestandsbaukörper eines neuen Nutzungskonzeptes für die rund 11.000 qm Verkaufsfläche.

Der konzeptionelle Schwerpunkt dieser Arbeit liegt in der Inszenierung der gefertigten Produktpalette. Egal ob es industrielle oder handgefertigte Produkte sind, wie zum Beispiel aus den Bereichen des Produktdesigns, Druck- und Keramikwerkstätten oder innovative Ideen aus Medienlaboratorien. Ein wichtiger Aspekt bei der Erstellung des Raumprogramms war, dass Präsentationsflächen eng mit Werkstatt- und Atelierflächen verknüpft sind. Es soll zum Einen den Konsumenten eine informative und dokumentierende Verkaufsweise geboten werden  und zum Anderen eine effiziente Arbeitsweise den Produzierenden gewährleisten.)

Durch die überdimensionierten Flächen musste ein Konzept gefunden werden, das jeden Verkaufenden bzw. Ausstellenden gleichwertig präsentieren soll.  Somit resultierte aus der Analyse unterschiedlichster Handelsformen die Transformation der Megaform zur Multiform, das aufgreifen des jüngsten Ortes des Handelns - der Marktplatz. Eine Ansammlung von Produktvielfalten verortet auf einem gerahmten Areal. Dieser entstandene Platz, der sogenannte "Showroom", erstreckt sich auf der Fläche des Erdgeschosses im Petershof. Die Ebene, welche sich mit drei zur Stadt geöffneten Fronten in das bestehende Passagen- und Straßennetzwerk anknüpft. Auf den zwei übergeordneten Ebenen werden die produzierenden Bereiche angesiedelt, es entstehen Workstations für kreative Denkprozesse, Werkstätten für die Fertigung der diversen Produkte und  - resultierend daraus - eine Kommunikationsebene zwischen den Kreativköpfen.

Der wichtigste Aspekt dabei war den Dialog zwischen Kaufenden und Verkaufenden entstehen zu lassen. Somit ist die Strategie des Produktstranges entstanden, das heißt der Konsument tritt in eine Produktlandschaft und lässt auf physischer Ebene die Produkte mit ihrem jeweiligen Datenblatt, aus der über ihm sich befindlichen Produktion, an sich vorbeifließen. Die Produkte werden vor Ort gefertigt und anschließend über eine Fließbandkonstruktion, an der die einzelnen Showboxen installiert sind, zum Konsumierenden transportiert. Somit wird der Einkaufsprozess gewandelt, das heißt das Produkt kommt zum Kunden. Dieses hat die Fähigkeit sich physisch, aber auch in Form von digitalen Informationen, zu präsentieren. Durch diesen Produktstrang wird die Beziehung zwischen Händler und Konsumenten enger verknüpft und unterstreicht das Konzept des regionalen Produzierens neben dem Präsentieren. Aber auch direkte Einblicke in die übergeordnete Produktionsstätte sollen die Identität mit dem gekauften Produkt festigen und das Individualgewerbe stützen.

Somit soll der Entwurf eine konzeptionelle Herangehensweise an neue Markeninszenierungen in Verbindung mit architektonischen Formulierungen reflektieren und neue Nutzungsformen für überdimensionierte Handelsflächen, die so nicht mehr funktionieren, aufzeigen.

Romy Heiland

Letzte Änderung: 27.11.2013
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