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Diplom Nadja Jeske: Polnisch-Deutsches Dokumentationszentrum zur Zwangsimmigration

Betreuer:
Prof. Andreas Wolf
Prof. Hubert Herrmann    

Polnisch-Deutsches Dokumentationszentrum zur Zwangsimmigration  

Der Entwurf für ein polnisch-deutsches Zentrum zur Zwangsimmigration von 10 Mill. Menschen im 20.Jh. greift die aktuelle binationale Diskussion auf, welche in ihrer politischen Substanz und Brisanz gerade auch von architektonischen Grundfragen wie Standort, Raumprogramm und baulichem Ausdruck geprägt wird.

Nadja Jeske benennt diese aktuelle Debatte, stellt das Projekt jedoch in einen objektiveren historischen und räumlichen Zusammenhang. Dabei zeigt sich schnell, dass die Standortfrage „Berlin oder Warschau“ sehr verkürzend ist und sich viel überzeugendere Potentialräume wie  der Verlaufsbereich der so genannten Oder-Neiße-Linie anbieten. Deren  Landschaftsraum wird überzeugend als Kontext für ein spannendes Ensemble von tief- und hochbaulichen Elementen sowie für ein ambitioniertes Ausstellungskonzept entwickelt. In der Leere der Uckermark, im Schnittpunkt ehemaliger Fluss- und Landgrenze, verdichtet sie die vorgefundenen Landschaftselemente und führt sie in Gebautes über. Kompakt und zurückhaltend werden die räumlichen Anforderungen von Ausstellung, Seminar, Büros, Bibliothek, Cafe etc. als Orte der Begegnung organisiert, zum Teil eingegraben oder mit einem Aussichts- bzw. Grenzturm vertikal ausgeformt. Diese Herangehensweise ist schlüssig aus dem konzeptionellen Ansatz heraus konsequent entwickelt und macht das Zentrum für Zwangsimmigration - in kritischer Betrachtung der historischen Grenzziehungen und deren Folgen –quasi grenzenlos.  

Die Diplomarbeit erhielt den Nachwuchs-Förderpreis des Bund Deutscher Architekten BDA.

Letzte Änderung: 27.11.2013
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