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Emergency Shelter

Ziel der Arbeit war die Entwicklung einer Notunterkunft.    

Per Definitionen umfasst deren Gebrauch nur die ersten Tage und Wochen einer Katastrophe oder sollte diese zumindest. Dennoch ist nicht zuletzt unter dem Kostengesichtspunkt aufseiten der finanzierenden Hilfsorganisation die Fragestellung berechtigt, ob bzw. wie eine entsprechende Unterkunft über ihren temporären Zweck hinaus leistungsfähig gestaltet werden kann, denn je länger das Hilfsmaterial im Einsatz ist, desto besser ist das Kosten-Nutzenverhältnis.    

Die Frage nach solchen Strukturen für eine nachhaltigere Hilfeleistung schon in einem frühen Stadium führte zwangsläufig auf die Betrachtung der Gesamtheit der Hilfeleistung in Katastrophen-/Entwicklungsgebieten, d.h. auch auf die über die Soforthilfe hinaus gehenden Hilfsphasen.    

Angesichts konkreter Hilfsprojekte in Katastrophengebieten ist generell zu sagen, dass sich die Länge einer Hilfsphase bzw. aller Hilfsphasen insgesamt in der Praxis extrem von der Theorie unterscheidet. Desto erstaunlicher ist es, festzustellen, dass zum Teil gar keine Hilfe über die Soforthilfe hinaus geplant geschweige denn angeboten oder bereits konzeptionell festgeschrieben ist.   Infolge dessen wird in diesen Fällen das Provisorium der Soforthilfe zum Dauerzustand.  

Ich möchte hinzufügen: Selbstverständlich wäre für eine begründende Aussage über diese Phänomen eine Untersuchung und Wertung der jeweiligen politischen, sozialen und Wirtschaftlichen, zusätzlich der kulturellen Verhältnisse vor Ort im Einzelfall vonnöten. Hier geht es jedoch lediglich um planerische Beziehungen zwischen Hilfsphasen hinsichtlich der eingesetzten Mittel!    

Hinsichtlich des Kostenfaktors ist vermutlich auch das Ersetzen von Hilfsmitteln in einer späteren Phase durch andere im Unterkunfts-Bereich -  z. B. Zelt gegen Container ebenfalls wenig rational    

Die Analyse der Grundbegriffe ergibt weiterhin, daß Katastrophen die gesamte Struktur der Gesellschaft betreffen und zerstören. Dies wirft automatisch die Frage nach einem möglichen Ersatz der verlorenen Struktur auf und erweitert den Frage-Komplex um die Nachhaltigkeit von Unterkünften um zahlreiche soziale, kulturelle und wirtschaftliche Faktoren. Gleichzeitig ergeben sich hieraus auch eine Vielzahl von Möglichkeiten konkreter Ansätze, die jedoch ebenfalls im Rahmen dieser Arbeit nur exemplarisch mit einbezogen werden können.    

Andererseits sollte der Hinweis auf die schiere Unendlichkeit örtlicher Variationen von Verhältnissen nicht dazu führen, den Versuch einer vernünftigen und machbaren Verknüpfung des zeitlich begrenztes Systems (Katasprophen-Hilfe als Sofort-Hilfe) mit dem „geschlossenes System" (alle späteren Phasen von Wiederaufbau und Entwicklungshilfe) zu unterlassen.      

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt somit auf der Bezugnahme der Hilfe auf regionale Strukturen. Solche Strukturen äußern sich baulich in Form- und Material-Typologie.      

Regionale Typologien werden durch den Anspruch der Nutzer an die Unterkunft, die Bedürfnisse, die die Unterkunft erfüllen soll, geprägt.  

Die Arbeit entwickelt vom multifunktionalem Raum (Grundtyp) aus über die Differenzierung der Raumfunktion (Typologie) das Rechteck als ein Modul zu Bildung von Typologie.

Durch die Anwendung und Übertragung von Körpermaßen und UNHCR Richtlinien entsteht eine Maßstruktur. Aus dieser lässt sich die Konstruktion ableiten.    

Unter dem Aspekt des Transports und Aufbaus fiel die Entscheidung auf eine Skelettkonstruktion. Zugleich soll die Skelettkonstruktion den oben angedachten Charakter der Dauerhaftigkeit erfüllen und mit der Evidenz ihrer Eigenschaften eine weitere konkretere Ausformungen unterstützen.    

Das Modulmaß wurde auch auf die anderen Bauelemente angewendet. Aus diesen Elementen können nun die Notunterkünfte mit verschiedensten Variationsmöglichkeiten in Grundriss sowie Dachform entwickelt werden.      

Damit sind die Grundvoraussetzungen zur Einbeziehung und Deckung regionaler Bedürfnisse und damit zur Entwicklung von Typologien geschaffen.

Durch weiterführende technische und wirtschaftliche Begleitung der Betroffenen von Katastrophen, wie zum Beispiel durch die Einrichtung eines Bauhofs kann die Unterkunft wachsen und endlich zu einem Teil der baulichen Struktur der Region selbst werden.

Albrecht von Hegel

Letzte Änderung: 27.11.2013
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