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Der berührte Ort - Neuinterpretation eines Klosters im Südraum Leipzig

  • Das Kloster - ein abgeschlossener Ort.
  • Der Mensch als kleinster gemeinsamer Nenner in der Klostergemeinschaft.
  • Ein Ort- der berührt ist und berühren soll- der Tagebau.
  • Ein Entwurf der beides vereint -
    die Berührung des eigenen Ichs an einem abgeschlossenen Ort.

Nach der Festlegung der Funktionen des neuinterpretierten Klosters wurde nach Strukturen für den entstehenden Baukörper gesucht- die Frage nach Zentren, Erschließung, Raumaufteilung und Volumen wurde anhand von Strukturmodellen sowie Recherche über Stadtgrundrissen untersucht. Es entstand die Idee eines kompakten Volumens innerhalb der amorphen Strukturen des Tagebaus, ein Heterotop in dieser Landschaft, ein Kontrast zum maßstabslos gewordenen Ort.

Über Arbeitsmodelle und Grundrissschemata wurde ein kompakter, introvertierter Baukörper auf quadratischem Grundriss entwickelt, in dem sich Funktionen um ein transzendentes Zentrum gruppieren- das Gebäude macht sich durch diese regelmäßige Anordnung der Funktionsbereiche selbst zum Zentrum, unterstützt durch die umlaufende Erschließung.

Es entstanden 23 Zimmer sowie ein behindertengerecht ausgeführtes Zimmer für Gäste des Klosters, ein Saal, in dem Vorträge, Lesungen oder ein Konzert stattfinden können, ein Refektorium zum gemeinschaftlichem Kochen und Essen, eine Bibliothek zum Arbeiten, die Galerie zum Lesen, das Parlatorium für Dialoge zu zweit, ein Meditationsraum im unterirdischen Zentrum des Hauses, die Manufaktur, für kreative Arbeiten sowie ein introvertierter Garten mit einem „besonderen“ Wald.

Schwerpunkt des Entwurfes war die innenräumliche Gestaltung des Hauses, seine schlichte Materialität, seine Lichtführung. Dies wird durch perspektivische Schaubilder der Innenräume dargestellt.  Eine Besonderheit im Sinne der räumlichen Aktivität des Zentrums bildet die Belebung des Zentrums mittels frequentierungsabhängiger Geräuschkulisse sowie der Meditationsraum- der stilles (Nach-)Denken und gruppiertes Denken in der Tiefe des Hauses unter besonderem Licht und Bildern ermöglicht.

Nach Außen gibt sich der Baukörper geschlossen- gezielte Öffnungen in der Fassade ermöglichen die ausreichende Belichtung im Inneren- dennoch ist die interne Struktur außen nicht lesbar. Dadurch entsteht die Wirkung eines dominanten, schwarzen Monoliths.

Dieses Volumen ist auf einer Plattform platziert. Anhand dieses Gefüges aus Baukörper und Plattform ist die Entwicklung der Tagebaulandschaft lesbar. Aus dem Restloch Störmthal wird der Störmthaler See- durch einen Flutungsprozess der 2002 begonnen hat und 2011 abgeschlossen sein wird. Der ansteigende Wasserspiegel wird am Gebäude lesbar. Aus dem aufgeständerten Kloster im Jahr 2005 wird in sechs Jahren ein scheinbar schwimmender abgeschlossener Ort.
Der Endzustand des Klosters ist erreicht- ein abgeschlossener Ort an einem berührten Ort.

Claudia Matz

Letzte Änderung: 27.11.2013
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