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Olympiastadion Leipzig 2012

Leipzig und Sport:
In Leipzig hat der Sport schon immer eine bedeutende Rolle gespielt. Das aus Trümmern geschaffene Zentralstadion steht dabei seit  1957 im Mittelpunkt. Hier finden auch in Zukunft herausragende sportliche Ereignisse statt, z.B. Fußball-WM 2006. Derzeit wird das Zentralstadion umgebaut, um nach Fertigstellung 45.000 Zuschauer zu fassen. Diese Ereignisse werden den Bekanntheitsgrad Leipzigs über die Grenzen Deutschlands erhöhen und einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Stadt leisten.
In den 80er Jahren wurden bereits Pläne für eine Olympiade 2006 in Leipzig geschmiedet. Diese Idee wurde wieder aufgegriffen nachdem Leipzig umfassende Veränderungen im Zusammenhang mit der Wiedervereinigung erfahren hat; z.B. entstand eine moderne Mehrzwecksporthalle in unmittelbarer Nähe des Zentralstadions.

Analyse:
Das Grundstück ist westlich vom Zentrum Leipzigs gelegen und befindet sich in der „grünen Lunge“ der Stadt. Die „grüne Lunge“ ist eine Auenlandschaft, die sich über die Nord-Süd-Achse durch Leipzig zieht.
Das Grundstück selbst wird nördlich durch die Erich-Köhn-Straße (Umgehungsstraße) und südlich durch die Jahn-Allee begrenzt. Seitlich wird es von der kleinen Luppe und dem Elsterbecken eingefasst. Das Nördliche Gebiet des Grundstückes ist bewaldet und die Bäume setzen sich an der Luppe bis zur Südgrenze fort.
Die Lage des Olympiastadions nimmt Bezug auf das am gegenüberliegendem Ufer befindliche Leipziger Zentralstadion. Das Olympiastadion sitzt auf der Achse des Zentralstadions. Es entsteht eine Beziehung zwischen beiden Stadien. Das Olympiastadion ist ebenfalls  wie das Zentralstadion Nord-Süd ausgerichtet, da sich an den Westseiten die besten Plätze befinden (Neuffert).

Ziel:
Das temporäre Stadion soll sich vom festen Stadion (bleibt nach dem Rückbau erhalten) sowohl optisch als auch konstruktiv so konsequent wie möglich trennen.
Das Stadion soll allseitig zu erschließen sein.
Das Stadion soll den temporären Charakter nach außen hin spiegeln.

Außenanlagen:
Von Süden her laufen die Wege strahlenförmig auf das Stadion zu und enden in einem Erschließungsring, welcher das Stadion umgibt. An der Stelle, an der die Wege auf den Ring treffen, weitet sich dieser zu einem großen Platz. Von dort können sich die Besucher über den Ringweg zu den entsprechenden Eingängen  begeben.
Die Bezugsachse zwischen den Stadien wird durch Brücken hervorgehoben.
Der südliche Teil des Grundstückes, auf welchem mehrmals im Jahr die Kleinmesse stattfindet, erhält für den Zeitraum der Olympiade ein großes Wasserbecken in Form der olympischen Ringe, welche von Rasenflächen umgeben und als Ort zum Relaxen genutzt werden können.
Nördlich von Stadion abgeschirmt durch Bäume und hinter einen Erdwall befinden sich die Aufwärmplätze für die Sportler mit derselben Ausrichtung wie das Spielfeld.

Erschließung Zuschauer:
Die enorme Dimension des Stadions erfordert eine klare übersichtliche Form, die eine saubere Erschließung beinhaltet. Die Haupterschließung durch die öffentlichen Verkehrsmittel erfolgt über die Jahnallee. Für die Zeit der Olympiade schlage ich vor eine zusätzliche Haltestelle zwischen Sportforum und Angerbrücke einzurichten.
Die Behinderten finden im festen Stadion Platz, so das die Problematik der Lifte für den temporären Bau wegfällt. Die Rollstühle erreichen ihre Plätze über die Ebene 00 und –01 mit Rampen und zusätzlichem Lift. Im festen Stadion befinden sich zusätzlich die erforderlichen Plätze für Journalisten und VIP, sowie ein Bereich für 7.800 Zuschauer. Der Entwurf gewährleistet auch die Umwandlung der behindertengerechten Plätze in normale Sitzplätze nach dem Rückbau.
Der temporäre Teil des Stadions ist in Segmente gegliedert. Die Erschließung erfolgt über Treppenanlagen, die jeweils zwischen den einzelnen Segmenten nach oben führen. Eine Treppenanlage muss hier ca. 3.500 Menschen zu ihren Plätzen führen. Dies erfordert eine Breite (VersbauR) von 4,60 m. Die Treppenanlage ist mit 6,28 m Breite großzügiger ausgelegt (optimiert für Treppensystem Fa. Layher).

Erschließung VIP und Sportler:
Damit die allseitige Erschließung der Zuschauer auf der Ebene 00 ungestört verläuft, sind die VIP und Sportlervorfahrten getrennt voneinander in der Ebene –01 angelegt. Die Sportler erreichen diesen Platz über eine Rampe von Norden und die VIPs über eine Rampe von Süden. Von den Vorfahrten erreicht man die vorgesehenen Parkplätze in Ebene –02. Die Sportler halten sich in der Ebene –01 und –02 auf  und die VIPs erreichen über Lifte und Treppen die für sie vorgesehenen Bereiche.

Konstruktion:
Das feste Stadion wird in herkömmlicher Stahlbetonbauweise errichtet. Die Außenwände sind als Sichtbeton, weiß gestrichen, geplant. Die umlaufenden Fensterbänder, innen und außen, ermöglichen eine umfassende natürliche Beleuchtung.
Das temporäre Stadion wird aus Stahlprofilen gefertigt, welche verkleidet werden, um die Gesamtform des Stadions zu erzeugen. Es besteht aus 20 Segmenten wobei an den geraden Seiten je 2x Typ A und an den Rundungen je 8x Typ B also insgesamt zwei verschiedene Segmente vorkommen. Ein Segment besteht aus jeweils 6 Fachwerkträgern (Form eines Kreissegmentes) die in einem Raster von ca. 8,0 m liegen und quer miteinander verbunden sind. Ein Fachwerkträger wird durch jeweils drei Stützen gehalten. Jeweils drei Stützen laufen auf dem Boden zu einem Fundament zusammen. Dies hat zwei Gründe. Zum Ersten wirkt die Konstruktion dadurch leichter und nicht so geschlossen (bei geraden Stützen entsteht das Bild einer Wand); zum Zweiten entstehen keine Probleme mit der Erschließung des festen Stadions (evt. Kreuzungspunkte).
Die Segmente werden mit Membranen aus pvc-beschichtetem Polyester verkleidet. Die Membranen werde bahnenweise angebracht.
Die Sitzplätze (z.B. Fa. Layher) werden mit Hilfe einer Unterkonstruktion direkt auf den Fachwerkträger montiert.

Dach:
Das Dach wird eine Leichtbaukonstruktion (wirtschaftlicher Umgang mit Material). Es wurde nach dem Prinzip eines Zugrings entworfen. Es wird ein umlaufendes Dreiecksfachwerk auf die Segmente montiert. An diesen Fachwerkträger werden anschließend die Dachelemente (Seile mit Druckstäben für die Dachform) befestigt. Diese liegen vorerst auf den Segmenten (Rängen). Dann wird der innere Zugring (Seil) eingefädelt und so stark gespannt, dass sich die Dachelemente aufrichten. Das Dach wird mit derselben Membrane verkleidet wie die Segmente; mit einer Besondertheit: Das Dach über den Treppen (zwischen den Segmenten) wird transparent, um die Segmentierung zu betonen. Die gerade Abschnitte des Zugringes werden durch gekreuzte Zugseile gespannt. Am Kreuzungspunkt findet das Olympische Feuer seinen Platz über der Mitte des Spielfeldes.

Sanitär und Gastronomie:
Die WC`s befinden sich überwiegend in der Ebene –01 und 00 des festen Stadions. Weitere Flächen für Sanitäranlagen wurden im Aufgangsbereich der temporären Segmente geschaffen. Hier befinden sich ebenfalls Möglichkeiten gastronomische Einrichtungen oder Shops zu integrieren. Restaurants befindet sich im festen Stadion mit gastronomischem Innen- und Außenbereichen.

Agnieszka Lindenstein

Letzte Änderung: 27.11.2013
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