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Schwimmmaschi(e)ne

Die Grundidee bei der Planung der Olympiaschwimmhalle war es, die ungünstige Lage des Gebäudes im Elsterbecken umzukehren, daraus eine einmalige Situation zu schaffen. Die Schwimmhalle soll nicht nur einen Endpunkt (des Olympiaparks und der Regattastrecke) markieren, sie soll vor allem ein Publikumsmagnet sein um die Zuschauer aus dem Olympiapark über die Jahnallee zu locken. Desweiteren war die Besonderheit der Regattastrecke im Zentrum des Olympiaparkes ein wichtiges Kriterium. Das Elsterbecken ist das zentrale Element des Olympiaparks – dem sollte Rechnung getragen werden.

Nach den Olympischen Spielen wird die DHfK Hauptnutzer der Schwimmhalle sein, daher ist der VIP-Eingang, der dann zum Haupteingang wird, an die Ostseite gelegt. Für die Sportler ist dann auch ein direkter Zugang zu den Trainingsstätten der DHfK möglich. Besucher erreichen die Westseite über eine temporäre Überbrückung, von der sie einen ersten Blick auf die im Wasser stehende Schwimmhalle werfen können. Da die Brücke auch im Olympiapark ein dominierendes Element ist, fügt sich die Erschließung gut in das Gesamtkonzept ein.

Die Proportionen und der Charakter des Gebäudes spiegelt seine direkte Umgebung wieder: zwei ruhende Flanken und die strömende Mitte. Die beiden statischen Gebäudeteile funktionieren unabhängig voneinander, beziehen sich aber in der Gestalt stark aufeinander, was nach dem Rückbau noch viel deutlicher wird. Das dritte Element, die bewegliche Beckenplattform, beinhaltet – wie das Elsterbecken im großem Maßstab – das medium Wasser. Wasser als das strömende Element. Zudem ist dieser Bereich als der Wettkampfschauplatz immer in Bewegung. Die verfahrbare Beckenplattform passt sich den Wettkampfbedingungen an, indem sie je nach Situation in die Zuschauerhalle gefahren werden kann. schon für den sich nähernden Besucher ist ersichtlich, welche Wettkämpfe soeben im Inneren ausgetragen werden. Wenn der Besucher die Halle betritt, wird er stets spüren, dass er sich auf dem Wasser befindet. der Zugang über die Stege, die gewölbte Glasfassade im Foyer, die den Blick auf das Elsterbecken frei gibt, selbst bei dem Aufstieg über die Treppentürme zu den Tribünen kann der Besucher das Elsterbecken erleben. Beim Beobachten des Wettkampfes kann der Blick ungehindert aus den verglasten Kopfseiten flußauf- und abwärts gleiten.

Die beiden Flanken sind rhythmisiert durch gewaltige Kragarme, die im Abstand von rund 20 m aus dem Wasser ragen und den mobilen Körper wie Krallen in der Bahn halten. Sie bieten der Strömung einen Widerstand und das Wasser kräuselt sich an der Oberfläche. an der Westseite sind sechs Kragarme mit einem Gelenk ausgestattet, das es möglich macht, den oberen Teil für eine Tribünenerweiterung für die Olympischen Spiele umzuklappen und eine temporäre Konstruktion hineinzustellen. Der umgeklappte Teil des Kragarmes ist dann selbst nicht tragend, er wird durch die temporäre Kontruktion in seiner Lage fixiert.

Die Dachkonstruktion des Beckenbereiches soll sehr leicht sein und muss im Bereich der Zuschauertribünen rund 100 m überbrücken. Zwei Fachwerkträger überspannen diese Länge, das Dach ist zusätzlich durch Abspannungen fixiert.

Claudia Heiles

Letzte Änderung: 27.11.2013
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