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Deutsche Botschaft Warschau

Entwurf einer zeitgenössischen Villa anhand einer Auslandsvertretung in Warschau

An territorial zentraler Stelle des Warschauer „Botschaftenviertels“ etabliert sich selbstbewußt der Entwurf der deutschen Vertretung, ohne die aus der Vergangenheit resultierende Sensibilitäten zu vergessen. Die skulpturale Formgebung des Gebäudes und die Wege-, Kreuzungs- und Begegnungs-situationen auf dem Gelände der Botschaft sind dem näherem städtischen Umfeld entlehnt. So wurden zentrale städtische Straßen- und Wegeverläufe in die Gebäude- und Geländestruktur der Botschaft aufgenommen und weiter-geführt. Der Königsweg, Warschauer Böschung, Parkanlage, Regierungssitz und die Wegung der Französischen Botschaft sind hier nennenswert. Das Gebäude wird so zum Knotenpunkt bzw. zur Kreuzung bedeutender städtischer Verlaufslinien und Blickbeziehungen. Alle Funktionsbereiche (Wohnen, Repräsentieren, Verwalten) werden in einer integrativen Entwurfsstruktur zusammengeführt, die damit gleichsam als Ausdruck einer gefestigten demo-kratischen Gesellschaftsstruktur erscheinen soll. Eine einladende Vorfahrt leitet jeden Besucher direkt ins Zentrum, von dort werden alle internen Bereiche erschlossen. Auf der Erdgeschossebene wird Öffentlichkeit und Dialog thematisiert. Hier finden das Rechts- und Konsularwesen, der Mehrzwecksaal, eine Suite sowie ein Bistro ihren Raum. Diese Ebene soll gewissermaßen zu Begegnung und Dialog einladen, aber auch sensibel trennen, differenzieren und absichern. Die Residenz öffnet sich hier zur Warschauer Böschung. Im Ober-geschoss findet Botschaft im konkret intern arbeitsorganisatorischen Sinn statt. Sensible und vertrauliche Funktionsabläufe des Konsulats finden hier ihre notwendige Abgeschiedenheit und Sicherheit. Das Untergeschoss beinhaltet Servicefunktionen sowie eine Tiefgarage. Funktionalität und Dialog charakterisieren die äußere Fassadengestaltung der beiden Ebenen. Die skulpturale Gebäudestruktur basiert auf betonierten Trichterformen, die aus dem Gelände herauswachsen und sich öffnen. Ihre Form ergibt sich konsequent aus dem Zusammenwirken der einzelnen Funktionen, den Sicherheitsaspekten sowie raumqualitativen Anforderungen (Erschließung für Konsulat und Residenz, abhörsichere Besprechungsräume, Nebenfunktionen, Licht-öffnungen). Trotz voller Ausnutzung der Bebauungsgrenze, ist die tatsächlich überbaute Fläche ökologisch sensibel. Durch formale Grundrissreproduktionen der Trichter sind Ausschnitte in der Kubatur erfolgt, welche durchgängig alle Ebenen öffnen. Durch Bepflanzung der entstandenen Flächen wird die Umgebungsvegetation in die Botschaft hineintransformiert. Die separierten Lichtöffnungen ermöglichen eine optimale Belüftungs- und Belichtungsqualität in allen Ebenen.

Stefan Blässe

Letzte Änderung: 27.11.2013
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