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SOG im Stadtteilgarten

„public square / public house“                                             

Neukonzeption des Alexis-Schumann-Platzes und des Heinrich-Schütz-Platzes mit der Untersuchung der Möglichkeiten einer Bebauung

Wesentlicher Ausgangspunkt der Entwurfsarbeit war das Problem, dass beide Plätze ihr Potential an öffentlicher Attraktivität zur Zeit nicht ausschöpfen können, da ihre Nutzung milieubezogen sehr einseitig ausfällt und des weiteren weder ein Bezug aufeinander noch zum Bandzentrum Karl-Liebknecht-Strasse, welches beide Plätze tangiert, wahrzunehmen ist. Ziel war es deswegen, unter Beachtung des Grünerhalts durch eine Betonung des gemeinsam gebildeten Platzraumes eine Plattform öffentlicher Nutzungen herauszubilden. Entwurflich soll einerseits durch eine Ausdehnung der Plätze in den Straßenraum erreicht werden, das Tangieren zweier Plätze zu überwinden und das Durchdringen eines Platzraumes zu erreichen. Wesentlicher Leitgedanke ist jedoch ein strenges orthogonales Raster, welches über beide Plätze gelegt wird um einerseits eine Beziehung zwischen Plätzen und Strasse beziehungsweise dem nördlich platzbegrenzenden Immanuel-Kant-Gymnasium, dessen Schüler den Platz zum Aufenthalt nutzen werden, aufzubauen und andererseits das gleichberechtigte Nebeneinander verschiedener Funktionen zu gewährleisten. So werden sich ein Spielbereich für alle Generationen, Gastronomie, verschiedene Vegetationsformen, Wasserflächen und eine ökumenische soziale Einrichtung über die zwischen den Rasterbändern entstehenden Felder verteilen. Es entsteht somit ein Stadtteilgarten, ein komprimierter Park, der  - geteilt in Spielgarten und Schaugarten – hierarchielos Nutzungen unterschiedlichster Interessen ordnet. Die Architektur des sozialen ökumenischen Gartens ( SOG ) ordnet sich konsequent dieser Morphologie unter, so dass es zu einer Transformation des zweidimensionalen Ordnungssystems in die dritte Dimension kommt, was sich in der Weiterführung des Themas „Band - Feld“ in das Thema „Schlitz – Kubus“ äußert. Transparenz  des Gebäudes wird damit vor allem durch den hohen Grad der Durchdringung des in einzelne Kuben aufgelösten Bau erreicht. Der soziale ökumenische Garten wird schon von Ferne durch den am weitesten aus der Erde ragenden Cafékörper markiert, der sowohl als Lockvogel für das Zentrum weltanschaulicher Auseinandersetzung fungiert als auch eine Diskussionsplattform bietet. Das Thema „Weg“, welches beide Plätze bestimmt und eine Interpretation des verdichteten Nebeneinander und Kreuzen von Perspektiven eines jeden einzelnen Lebens zulässt, verstärkt sich im Gebäude selbst zu einem raumprogrammatischen Ansatz. Gänge enden in Licht, werden von Licht gekreuzt und werden selbst unterschiedlich natürlich illuminiert. Entlang eines Haupterschließungsweges, welcher in der dritten Dimension gelöst ist und somit einen Bewegungsfluß suggeriert, werden Räume angegliedert, deren Nutzungen mit zunehmendem Vordringen auf immer konkreteren Vorstellungen und Ziele des Besuchers basieren. So bewegt man sich zu Beginn auf einen „Marktplatz der Angebote“ zu, an dem Kirchen und sozialrelevante Vereine Öffentlichkeitsarbeit leisten bzw. auch Workshops anbieten und außerdem Beratung für ein breites Spektrum an Bedürftigen durchgeführt wird. Letztlich wird der „Innenweg“ einen Veranstaltungsraum erschliessen, zu dem schon auf dem Weg Blickbeziehungen aufgebaut werden. Um eine Lesbarkeit der organisatorischen Einheit der Einzelkuben zu gewährleisten, wird die Fassade über Paneele gelöst, welche auf einem gleichen Prinzip basieren. Egal ob transparent oder nicht, Größe und Material (Birkensperrholz / Glas) sind konstant. Damit kann auf die verschiedenen Anforderungen nach natürlicher Belüftung und Belichtung, die aufgrund der Tieflage mancher Räume nur getrennt ausgeführt werden kann, unter Vermeidung eines Verlierens des architektonischen Zusammenhangs flexibel reagiert werden.

Eiko Böhme

Letzte Änderung: 27.11.2013
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