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Studierende entwickeln innovative Beton-Steine

Ideenwettbewerb mit Kooperationspartner brachte praxistaugliche Ergebnisse hervor

05.07.2017,

Entwurf „Roadmaker“ von Ken Kermer.

Entwurf „Urban Pavement 2.1“ von Theodor Reinhardt.

Entwurf „simple complexity“von Marina Jostina. (Alle Renderings stammen von den Preisträgern).

Gut gestaltete Außenräume verbinden Architektur mit ihrem unmittelbaren Umfeld. Zur witterungsbeständigen Befestigung von Wegen, Straßen und Plätzen werden seit Jahrhunderten Pflastersteine verwendet. Gestiegene Bauvolumina und Arbeitskosten sowie Anforderungen an Flächenebenheit und die Effektivität der Verlegung führten zur Entwicklung von Pflastersteinen bzw. -steinsystemen aus Beton. Im Laufe der Jahre hat sich das Produkt Pflasterstein in Bezug auf Formate, Oberflächengestaltung und Farbigkeit enorm entwickelt – und entwickelt sich immer weiter. Ein spannendes Gebiet auch für Architekten.

Anfang Juni nahmen daher 37 Architektur-Studierende der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) an einem von der Firma KOBRA Formen GmbH aus Lengenfeld im Vogtland ausgelobten Wettbewerb teil. Binnen nur drei Tagen sollten sie ein Konzept für neuartige Betonsteine bzw. ein modernes Betonsteinsystem für Flächenbefesti­gungen entwickeln, die mit Steinfertigungsanlagen produziert werden. Für solche Anlagen stellt die KOBRA Formen GmbH Stahlformen her. Das Unternehmen ist Weltmarktführer auf dem Gebiet der Betonsteintechnologie. Für den Wettbewerb lobte es ein Preisgeld von insgesamt 2.250 Euro für die ersten drei Plätze aus.

Die Jury bestand aus Mario Dobeck und Christian Rauner (beide KOBRA Formen GmbH) sowie Prof. Alexander Stahr und Martin Dembski (beide HTWK Leipzig). Bewertungskriterien der Entwürfe waren Originalität und Innovationsgrad, erkennbares Alleinstellungsmerkmal, praktische Einsatzmöglichkeiten, Kundennutzen sowie gestalterische Qualität und Optik. „Für unsere Studierenden bot der von KOBRA Formen inhaltlich inspirierte und finanziell unterstützte Ideenwettbewerb eine höchst interessante Aufgabe, in einem stark technisch bzw. technologisch geprägten Randgebiet der Architektur unter Praxisbedingungen neuartige Lösungen zu entwickeln. Ohne den Rucksack voller Erfahrungen und Spezialwissen entstanden zahlreiche spannende Entwürfe, die ihre Inspiration aus unterschiedlichsten Quellen bezogen“ so Alexander Stahr, Professor für Tragwerkslehre, innerhalb dessen Modul „Stegreifentwurf“ der Wettbewerb stattfand.

Auch KOBRA Formen war von der Zusammenarbeit angetan: „Die Vielfalt und Qualität der Präsentationen hat uns nicht nur überrascht, sondern vor allem sehr begeistert. Sowohl in formaler als auch in funktionaler Hinsicht entstanden hochinteressante Entwürfe, die teils erhebliche Chancen auf eine Realisierung haben“ sagte Holger Stichel, geschäftsführender Gesellschafter der KOBRA Formen GmbH.

Der 1. Preis, dotiert mit 1.000 Euro, ging an Ken Kermer (2. Semester Master Architektur) für seine Idee „Roadmaker“. Der Entwurf fokussiert auf die Befestigung fahrzeugbefahrener Verkehrsflächen bei gleichzeitiger Lärmreduzierung. Die Jury lobte in ihrer Begründung die „mustergültige Symbiose von hochwertiger Gestaltung und technischer Funktion sowie die einfache Produzier- und Verlegbarkeit“.

Den 2. Preis erhielt Theodor Reinhardt (2. Semester Bachelor Architektur) für „Urban Pavement 2.1“. Hier honorierte die Jury die „Integration unterschiedlicher Eigenschaften und Funktionalitäten“ wie z.B. die Möglichkeit, LED-Lichtleisten auf einfache Weise als Leitsystem zu integrieren. Vor allem das „Weiterdenken eines einfachen, bereits existenten Steinformats“ – des Rechteck-Standard-Pflasters – wurde gelobt. Der Preis ist mit 750 Euro dotiert.

Marina Jostina (4. Semester Master Architektur) wurde für ihren Entwurf „simple complexity“ mit dem 3. Preis ausgezeichnet (mit 500 Euro dotiert). Sie entwickelte einen sechseckigen Stein mit “organisch-gekrümmter Linienführung und hohem Öffnungsanteil für hohe Durchlässigkeit“. Die Kombination von individueller Formgebung und klarer logischer Struktur des Steins wurde von der Jury besonders hervorgehoben.
Des Weiteren wurden drei Anerkennungen ohne Dotierungen ausgesprochen.

Anlässlich des von der KOBRA Formen veranstalteten Technologie-Symposium „Design durch Form“ werden am 13. und 14. September 2017 in Lengenfeld 14 Arbeiten der Studierenden in einer Ausstellung präsentiert. Bis dahin feilen die Sieger – und das ist Etappe 2 des Wettbewerbs - weiter an ihren Entwürfen. Mittels computergestützter Verfahren sollen sie technologietauglich gemacht und zur Anwendungsreife gebracht werden.

mehr: www.kobragroup.com

Letzte Änderung: 7.12.2015
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